Projekte von Law4School an Schulen übergeben
Im vergangenen Jahr hat Gesa von Schwerin anlässlich der Orange Days ihr Präventionsprojekt gegen digitale Gewalt in Gießen vorgestellt. Anlässlich dieser Veranstaltung haben sich regionale Schulen für eine Förderung beworben. Nun konnten wir die Bildungsangebote von Law4School an neun Schulen aus der Region vergeben. Gefördert wurden unterschiedliche Formate: Die Stadtschule Butzbach erhielt ein Jahresabo, die Ricarda-Huch-Schule eine Monatslizenz und sieben weitere Schulen Online-Webinare. Ziel der Angebote ist es, Kinder und Jugendliche über digitale Gewalt aufzuklären, Betroffene zu stärken und Schulen im Umgang mit Konflikten im Netz zu unterstützen. Lehrkräfte der beteiligten Schulen berichteten bei der Übergabe, dass digitale Gewalt längst Teil des Schulalltags geworden ist. Cybermobbing, Beleidigungen in Messenger-Gruppen, die unerlaubte Weitergabe persönlicher Bilder, sexuelle Belästigung im Netz oder Cybergrooming betreffen Kinder und Jugendliche immer häufiger und in jüngeren Jahren. Besonders betroffen sind Mädchen und junge Frauen. Sie erleben überdurchschnittlich oft sexualisierte Anfeindungen, Bedrohungen oder gezielte Bloßstellungen in sozialen Netzwerken. Was online beginnt, wirkt häufig tief in das reale Leben hinein – mit Folgen für Selbstwertgefühl, psychische Gesundheit, schulische Leistungen und soziale Teilhabe. Hier sehen wir als Soroptimistinnen großen Handlungsbedarf. Wenn Grenzüberschreitungen und Herabwürdigungen im Netz zur Normalität werden, steigt die Gefahr, dass sich diese Verhaltensmuster auch im schulischen Alltag fortsetzen. Genau hier setzen die Angebote von Law4School an. Sie vermitteln altersgerecht Wissen über Rechte im Internet, zeigen Grenzen und Konsequenzen auf und geben Lehrkräften praxisnahe Unterstützung. Damit machen wir deutlich sichtbar, dass Gewalt gegen Frauen und Mädchen heute auch im digitalen Raum stattfindet und ernst genommen werden muss. Inzwischen rückt das Thema auch politisch stärker in den Fokus. Auf nationaler und europäischer Ebene wird an besseren Schutzmaßnahmen, wirksamerer Strafverfolgung und stärkeren Unterstützungsangeboten gearbeitet. Diese Entwicklungen zeigen, dass digitale Gewalt kein Randthema mehr ist, sondern eine gesellschaftliche Herausforderung, die Prävention und klare rechtliche Antworten erfordert. Hierauf konnten wir nun nochmal aufmerksam machen.